Spiritualität - eine Ressource für Pflegende?

Fachkräfte und Führungskräfte aus Politik, Pflege, Medizin, Wirtschaft, Theologie und Forschung diskutierten am 5. Mai 2022 auf dem Fachtag "Who cares? Spiritualität für Pflegende" die entscheidende Frage: Ist Spiritualität (überhaupt) eine geeignete Ressource für Pflegende und Angehörige anderer Gesundheitsberufe?

 

Die Tagung wurde durch das Ministerium für Gesundheit und Pflege im Rahmen des Projektes und Netzwerkes MUTASPIR gefördert und fand in Kooperation mit dem SZ-Gesundheitsforum am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München statt. Gastgeber war die Professur für Spiritual Care und psychosomatische Gesundheit an der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Kooperationspartner war die Katholische Stiftungshochschule München.

Programm-Überblick: zum Veranstaltungsflyer

Presse-Echo: Süddeutsche Zeitung

Organisation:

  • Prof. Dr. Eckhard Frick sj, MRI/TUM
  • Stefan Sandor, Katholische Stiftungshochschule München
  • Prof. Dr. rer. pol. Michael Spieker, Katholische Stiftungshochschule München

"Moral Distress in der (Post-)Pandemie: Ist Spiritualität eine Ressource für die Gesundheitsberufe?"

Wenn Pflegende selbst zu Täter:innen werden, leiden sie moralisch. In der Covid-Pandemie nahmen innere und äußere Zwänge und somit die moralische Belastung für Pflegende zu, stellt Prof. Dr. med. Eckhard Frick sj in seiner akademischen Antrittsvorlesung dar. Wie kann Spiritualität als Ressource die Resilienz in Gesundheitsberufen fördern? Professor Frick ist Inhaber der neuen Stiftungsprofessur Spiritual Care und psychosomatische Gesundheit an der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München.

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Informationen zu den Vorträgen

 

Eröffnung

Eröffnet wurde die Tagung von Prof. Dr. Michael Spieker und Stefan Sandor von der Katholischen Stiftungshochschule München, sowie von Silke Großmann, Pflegedirektorin Klinikum rechts der Isar an der Technischen Universität München. Prof. Dr. Peter Bauer, Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, und Prof. Dr. Birgit Schaufler, Präsidentin der Katholischen Stiftungshochschule München, ließen Grußworte ausrichten.

Vortrag: "Atemlos durch die Station? Pfleger:in sein"

Das wichtigste, was das Pflegepersonal braucht, ist Zeit, macht Maria Schön, Pflegefachfrau in München Klinik Harlaching deutlich:  "Wir kommen nicht zu der Arbeit, wie wir sie gelernt haben." Pflegekräfte sollten mit einem guten Gefühl aus der Arbeit rausgehen - mit dem Gefühl, den Patienten gut versorgt zu haben.

Vortrag: "Wie Pflegende neue Luft zum Atmen bekommen: Spiritualität und Pflegeberufe"

Prof. Dr. theol. Klaus Baumann, Direktor des Instituts für Caritaswissenschaft, Universität Freiburg im Breisgau, reflektiert die Bedeutung von Spiritualität in der Pflege. Wieso wird Pflege überhaupt als Beruf gewählt? Was kann Achtsamkeit bewirken? Was sagt die Forschung dazu? Hier finden Sie die Präsentation zum Vortrag.

Podiumsrunde: "Liebesmomente" und Wutmomente

Wie die Liebe für den Pflegeberuf und für die Patient:innen aufrecht erhalten werden kann, diskutieren Prof. Dr. Eckhard Frick, Prof. Dr. Klaus Baumann und Maria Schön, moderiert von Prof. Dr. Michael Spieker. Welche Rolle spielt dabei das berufliche Selbstbild Pflegender? Wie können wir verhindern, dass motivierte Nachwuchskräfte frustriert aufgeben?

Vortrag: "Können wir uns Spiritualität leisten?"

Knappheit verursacht immer Verteilungskonflikte. Kann Spiritualität bei der Überwindung von knappen wirtschaftlichen Ressourcen im Gesundheitswesen helfen? Darüber spricht der Gesundheitsökonom Prof. Dr. rer. pol. Andreas Beivers, Studiendekan für Gesundheitsökonomie an der Hochschule Fresenius.

Politische Abschlussrunde

Spirituelles Innehalten sollte Platz im Versorgungsalltag finden: Klaus Holetschek, Bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege (CSU), Andreas Krahl MdL, pflegepolitischer und senior*innenpolitischer Sprecher der Grünen, Diana Stachowitz MdL, familienpolitische Sprecherin der SPD, Maria Schön und Prof. Dr. Eckhard Frick diskutieren über das Potenzial von Spiritualität zur Verbesserung der Situation im Gesundheitswesen.