Forschungsprojekt
Pilotstudie: DramaPall
Ansprechpartnerin:
Projektpartner:
- Palliativmedizinischer Dienst der Poliklinik für psychosomatische Medizin der TU München
- moreno institut für Psychodrama, Soziometrie und Gruppenpsychotherapie Edenkoben/Überlingen gGmbH
Erforschung der Möglichkeit psychodramatischer Interventionen in der Palliativmedizin.
Die Studie: Gemeinsam mit dem Funktionsbereich Palliativmedizin am Klinikum rechts der Isar der TU München erforschten wir explorativ die Möglichkeit einer Implementierung psychodramatischer Interventionen in der Palliativmedizin. Es handelte sich um eine Pilotstudie; Die Ergebnisse dieser Studie bilden die Basis für eine geplante weitere, umfassendere Studie >>, die die Wirkung von Psychodrama im Bereich der Palliativbegleitung von PatientInnen untersuchen soll.
Hintergrund: Psychodrama ist eine Methode der Psychotherapie, die mit szenischer Darstellung arbeitet. Dabei stellen die Akteur*innen/Patient*innen mithilfe anderer Teilnehmender oder symbolischer Gegenstände wie in einem Theaterstück ihre innere Situation oder das Thema, an dem sie arbeiten möchten, dar. Die meisten Erfahrungen unseres Lebens sind in Zusammenhang mit körperlichem Tun entstanden und das Darstellen von Gefühlen in Handlung ist für uns natürlich. Psychodrama nutzt diese Tatsache. Bei der szenischen Darstellung werden Gefühle und Gedanken erfahrbar und die Person wird ermächtigt, aktiv zu werden, ihr Leben zu gestalten, da sie selbst in Aktion tritt.
Das klassische Psychodrama nach J.L. Moreno ist ursprünglich als Gruppenpsychotherapie konzipiert worden, es haben sich aber auch Formen der psychodramatischen Einzelarbeit etabliert. Die fehlenden Mitspieler werden im Falle der Intervention am Krankenbett durch Gegenstände (kleine Figuren, Schnüre etc.), die auf einem Tablett aufgestellt werden („Monodrama-Box“), ersetzt.
Fragestellung: Mit der Pilotstudie sollte anhand von zwei Fragestellungen geprüft werden, ob Psychodrama als zusätzliches Angebot im medizinischen und therapeutischen Kontext etabliert werden könnte und weiter untersucht werden sollte:
- Wie nutzen PatientInnen am Lebensende das Angebot einer Monodrama-Intervention?
- Wie zeigt sich die Machbarkeit des Einsatzes von Monodrama am Lebensende?
Methode: 10 PatientInnen einer Palliativstation empfingen eine Monodrama -Intervention mit der Möglichkeit, sich mit einem von ihnen gewählten Thema auseinanderzusetzen. Die Audioaufnahmen der Interventionen und der Nachgespräche wurden Wort für Wort transkribiert und mittels Reflexive Thematic Analysis und hermeneutischer Fallanalyse ausgewertet.
Ergebnisse: Die PatientInnen nutzten die Intervention, um sich stärkende Bindungsfiguren zu vergegenwärtigen, sich an gemeisterte Herausforderungen zu erinnern, wohltuende Erinnerungen lebendig werden zu lassen, belastende Erfahrungen zu verarbeiten, sich ihre Werte und ihre Spiritualität bewusst zu machen und um den Tod zu adressieren. Durchgängig ließ sich erkennen, dass die Interventionen dabei halfen, sich mit den Herausforderungen in der Sterbesituation in kontrollierter Emotionalität auseinanderzusetzen. So konnten einerseits belastende Situationen bearbeitet werden, andererseits wurden dadurch Ressourcen aktiviert, die in der aktuellen und bevorstehenden Lebens- und Sterbenssituation hilfreich sind und die Selbstwirksamkeitserwartung stärken.
Diskussion: In Bezug auf die Machbarkeit des Einsatzes von Monodrama am Lebensende kann angenommen werden, dass die Potenziale des Psychodramas in der Situation am Lebensende positiv und hilfreich genutzt werden konnten.
Bisher ist abgesehen von dieser Vorstudie unseres Wissens Psychodrama bei PalliativpatientInnen noch nicht erforscht worden. Eine ExpertInnengruppe diskutierte die Ergebnisse und empfiehlt weitere Studien zum Nutzen von Psychodrama in der Palliativmedizin.
Ergebnisse: Die PatientInnen nutzten die Intervention, um sich stärkende Bindungsfiguren zu vergegenwärtigen, sich an gemeisterte Herausforderungen zu erinnern, wohltuende Erinnerungen lebendig werden zu lassen, belastende Erfahrungen zu verarbeiten, sich ihre Werte und ihre Spiritualität bewusst zu machen und um den Tod zu adressieren. Durchgängig ließ sich erkennen, dass die Interventionen dabei halfen, sich mit den Herausforderungen in der Sterbesituation in kontrollierter Emotionalität auseinanderzusetzen. So konnten einerseits belastende Situationen bearbeitet werden, andererseits wurden dadurch Ressourcen aktiviert, die in der aktuellen und bevorstehenden Lebens- und Sterbenssituation hilfreich sind und die Selbstwirksamkeitserwartung stärken.
Diskussion: In Bezug auf die Machbarkeit des Einsatzes von Monodrama am Lebensende kann angenommen werden, dass die Potenziale des Psychodramas in der Situation am Lebensende positiv und hilfreich genutzt werden konnten.
Bisher ist abgesehen von dieser Vorstudie unseres Wissens Psychodrama bei PalliativpatientInnen noch nicht erforscht worden. Eine ExpertInnengruppe diskutierte die Ergebnisse und empfiehlt weitere Studien zum Nutzen von Psychodrama in der Palliativmedizin.
Anfang 2026 wird hierzu eine Veröffentlichung erscheinen:
Ruth Mächler, Eckhard Frick, Johanna Anneser, Christian Stadler, Karin Jost: "Psychodrama am Lebensende – Ergebnisse einer qualitativen Pilotstudie in der Palliativversorgung", Zeitschrift für Psychodrama und Soziometrie, Springer Verlag